Aller Anfang ist schwer – Aufhören mitunter mehr.

Seit 2002 stehen wir an den Straßen zwischen Wanfried und Witzenhausen, machen Fotos und Videos. Manch einer wird schon die Bilder und Videos aus Wanfried, zuletzt aus Bad Sooden-Allendorf oder Witzenhausen vermisst haben. Um es kurz zu machen: Es gibt sie nicht. Wir waren nicht da.
Wie schon im Juni angedeutet ist die Lage deutlich schwerer geworden, die Seite zu Betreiben und gleichzeitig die Risiken ungleich höher. Aber sprechen wir über die Themen doch mal der Reihe nach…

Youtube – Monetarisierung

In den letzten Jahren waren immer einige Euro über Youtube zusammengekommen, nicht die Welt, nicht mit dem was die Lochis oder diverse Stars verdienen, aber Geld was half die Kosten für Webspace, Software und was benötigt wurde zu bezahlen. Youtube half quasi mit, dafür zu sorgen, dass die Seite wirtschaftlich eine Nullnummer war.

Anfang des Jahres kam Youtube auf die Idee die Grenzen ab die eine Monetarisierung der Videos möglich ist hochzuziehen, so das kleinere Kanäle, wie der von werraland.net aus selbiger rausfiel und weit davon entfernt ist, wieder auch nur einen Cent bei Youtube zu verdienen.

Fotodienste

Mit Fotoportopro ging im Rahmen der Diskussionen um die DSGVO der letzte kostenfreie Fotodienst vom Netz. Damit auch unser zweites Standbein was zur Finanzierung der Seite beigetragen hat. Der Dienst konnte keine Regelung finden, die einen weiteres betreiben des Angebots von Fotoportopro ermöglichte. Damit können wir auch keine Fotoabzüge oder Fotodownloads mehr anbieten.

Es gibt zwar noch Anbieter, diese aber 8-9 Monate umsonst für einen Dienst zu zahlen den ich nur Juni bis August benötige, ist nicht wirklich zweckdienlich.

DSGVO

Das was wirklich schmerzt ist, wenn Menschen die von der Materie keine Ahnung haben, zu dieser Materie Gesetze machen. Das beschreibt relativ kurz das was hinter der DSGVO steckt.

Es gibt Anwälte die sagen, dass sich durch die DSGVO nichts geändert hätte. Das mag auf dem ersten Blick auch so sein. Die meisten Themen um Urheberrecht, Copyright, Recht am eigenen Bild und dergleichen waren eigentlich schon ausgehandelt. Es gab dazu Prozesse und Urteile, Richtlinien und eigentlich war alles klar.

Insbesondere für eine Seite wie unsere war es eigentlich sehr leicht. Es gab zwar ein Recht am eigenen Bild, was aber bei öffentlichen Veranstaltung und Aufzügen, wie z. B. die Festzüge, nicht zur Anwendung kommt.

Das ist auch heute noch so.

Das Problem sind die Anwälte. Es gibt genug Anwälte, die vor dem Hintergrund, der DSGVO bereit sind, eigentlich ausgefochtene Prozesse neu auszufechten, in der Hoffnung, dass diese diesmal vor Gerichten anders bewertet werden.

Was deren gutes Recht ist, ist als Webseitenbetreiber zu teuer. Denn die private Rechtschutzversicherung greift hier nicht, eine geschäftliche Versicherung ist zu teuer und aus der eigenen Tasche zahlen, sorry, das ist ein Hobby einfach nicht wert.

Es gab zwar die ein oder andere Idee, diese sind aber nur schwierig umzusetzen und wir wären hier dann auch von den Verwaltungen teilweise sogar von politischen Entscheidungen abhängig, was nicht unser Ziel wäre.

Aller Anfang ist schwer – Aufhören mitunter mehr.

Wenn wir in die Anfänge der Seite zurücksehen kommt schon etwas Wehmut auf, manchmal auch das verträumte Grinsen, wenn man sieht mit was für technischen Mitteln die ersten Jahre gearbeitet wurde, und was für ein langatmiger Workflow seinerzeit noch gang und gebe war. Hat mich früher ein Johannisfestzug in Eschwege oft abends bis 21, 22 Uhr beschäftigt, waren zuletzt Fotos und Videos, dank stärkerer Rechner, besserer Internetanbindung und neuer Programme die Bilder schon 18 Uhr online.

Auch der Kontakt zu den Leuten machte Spaß. Lustig war, wie mal Fotos von meiner Seite den Weg in politische Flyer schafften, ohne mich zu fragen, ob man die Bilder nutzen darf.

In Zeiten wo Leute sich gerne wegen Kleinigkeiten in der Wolle haben, wo Gaststätten in ein- und demselben Ort die Außenbedienung an einem Platz um 23 Uhr – wegen der Nachbarn – geschlossen werden muss, währen nur 200 m weiter die Wirte bis tief in der Nacht die Puppen tanzen lassen können, da wird einem entsprechend das Risiko zu groß wie bisher weiter zu machen.

Vor dem Hintergrund haben wir uns entschlossen, das Projekt werraland.net zum Jahresende – also dem 31.12.2018 – einschlafen zu lassen.

Wir behalten uns natürlich die Möglichkeit vor, dass wenn die rechtlichen Parameter gegeben sind, dass wir dann einen Neustart wagen oder dass die Seite mit einer neuen Idee im Hintergrund ein Reboot bekommt. Das muss man aber abwarten und sehen ob es hier tragfähige Konzepte gibt, die unserer Idee von werraland.net entsprechen.

Wir wünschen Euch – unseren treuen Fans – alles Gute. Wir sagen tschüssi, in der Hoffnung auf ein Wiedersehn, in welcher Form auch immer.

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